25.-26.03.2013 erster Besteigungsversuch von Byurakan zur Meteostation

28.03.2016 zweiter Versuch, von Aragats Village aus, direkt vom Tal 

40° 32' N; 44° 12' E

Ferdi, Freddy, Sascha, Holger, Johannes, Tommy

Armenien: Aragats Ler 4.094m

Der Berg Aragaz (armenisch Արագած, in wissenschaftlicher Transliteration Aragac), Alagöz ist der höchste Punkt der Republik Armenien. Er liegt in der Provinz Aragazotn, nordwestlich von Jerewan, und ist ein eigenständiger erloschener Vulkan mit vier Gipfeln, die den Rand des Vulkankraters bilden.

Der Aragaz ist ein beliebtes Reiseziel für Bergsteiger in der Region und zieht im Sommer Touristen an. An seinen Abhängen befindet sich das Observatorium Bjurakan. Diese Sternwarte ist eine der Hauptsternwarten der Welt. Im Süden des Aragaz liegt Aschtarak, die Hauptstadt der Provinz Aragazotn. Auf der anderen Seite befinden sich Dörfer und kleinere Städte. (Quelle Wikipedia)

Aragats Ler vom Airport Yerewan aus gesehen.

Die Geschichte zur Tour

Am 23.03.2013 war es endlich soweit, nach langer Vorbereitung ging es von Zürich über Paris nach Eriwan. Der Flug verlief ruhig und wir hatten unterwegs tolle Aussicht auf die Berge der Alpen und später auf die Gipfel des kleinen Kaukasus.

In Eriwan holte uns Serzh vom Flughafen ab. Ich hatte ihn über das Internet kennen gelernt und gute Referenzen von einem italienischen Bekannten erhalten. Somit freute ich mich einen zuverlässigen Kontaktmann vor Ort zu haben.

Unsere Gruppe bestand ursprünglich aus 5 Österreichern und 5 Deutschen. Aufgrund von beruflichen und gesundheitlichen Problemen, waren die Österreicher nur noch zu zweit.

 

Sascha und Tomy kam von München über Moskau und waren ca. 20 min vor uns in Eriwan. Ich freute mich riesig Sascha wieder zu treffen, ein Jahr zuvor hatten wir eine tolle Zeit in den georgischen Bergen gehabt und ich konnte mir ein paar Ski-Techniken von Sascha abschauen…

 

Es ging in die Stadt zur Wohnung von Serzh in der wir für die nächsten Tage untergebracht waren. Alle hatten ein Bett und es war sauber, trocken und warm. Serzh kümmerte sich mit unermüdlichem Einsatz um uns und versuchte alle Wünsche zu erfüllen. Am zweiten Tag war ein Besuch von Eriwan geplant. Wir besuchten das Holocaust Museum, sahen die Oper, einige wichtige Plätze in der Stadt und einen Bazar. Es war nett und wir sammelten Eindrücke der für uns doch recht fremden Welt. Die Menschen waren freundlich, machten aber insgesamt einen sehr melancholischen Eindruck. Beeindruckend ist der allgegenwärtige Mount Ararat der mit seinen über 5.000 Metern von der Stadt aus sichtbar ist. Dieser Berg hat eine unglaubliche Präsenz und etwas Magisches an sich.

 

Am Montag ging es dann in die Berge. Der Ausgangsort Byurakan liegt auf ca. 1.800m, der Bus quälte sich noch etwas höher, so dass wir knapp unter 2.000 Höhenmeter starten konnten. Die Meteostation, welche uns als Unterkunft dienen sollte, liegt auf 3250 Metern. Schon bei der Anreise war ich total erkältet und hatte mit einem schlimmen Husten zu kämpfen. So wurde der Aufstieg zur Hütte für mich zur Qual. Der Weg war absolut klar und in Anbetracht meines extrem langsamen Vorankommens, sagte ich den Anderen das sie ihr Tempo gehen sollten und wir uns oben treffen. Deutlich später und total fertig kam ich oben an. In der Nacht wurde der Husten extrem und ich stellte ein beginnendes Lungenödem fest. Es rasselte beim Atmen und gegen Morgen spukte ich schon Blut. Also für mich ging es wieder runter! Tomy und Sascha hatten keinen wirklichen „Bock“ länger oben zu bleiben, da das Wetter schlechter wurde und ein sehr starker Wind ging. Dieser Sturm scheint mich auf all meinen Kaukasus Touren zu verfolgen…

Ferdi sollte gemeinsam mit Freddy, Holger und Johannes den Südgipfel versuchen, was auch am gleichen Tag gelang. Wir - Sascha, Tomy und ich fuhren ab in Richtung Byurakan. Der Schnee war vom Wind gepresst und hart, so dass die Abfahrt recht anstrengend wurde. Unten angekommen wartete Serzh schon mit einem Transportmittel zurück nach Eriwan. Hier war dann nur noch Erholen, Massage und Schlafen angesagt.

Mittwoch fühlte ich mich wieder fit, das Wetter sollte Donnerstag gut werden, dann schlich sich die Idee in meinen Kopf den Berg direkt vom Tal zu besteigen.

Serzh machte keinen sehr glücklichen Eindruck, aber er organisierte sofort alles Notwendige. Ferdi hatte am Mittwoch einen Versuch zum Nordgipfel unternommen, auf Grund der Wetter und Schneesituation waren sie aber wieder umgedreht. Ich nahm Kontakt mit Ferdi auf und wir vereinbarten für den nächsten Tag, dass die Gruppe von der Meteostation den Nordgipfel angreift und dann von dort direkt auf die andere Seite des Berges, durch einen steilen Canyon, abfährt. Wir würden dann von dieser Seite aufsteigen. Mit minimal Gepäck und ohne jegliche Kletter- und Sicherheitsausrüstung starteten wir von Arragats Village auf 1.800m in Richtung Gipfel. Serzh begleitete uns bis auf 3.400m. Hier drehten er und Tommy um. Sascha und ich gingen weiter hoch.

Gegen 15.00 Uhr trafen wir auf die Spuren der anderen Gruppe. Wir folgen diesen noch ein Stück und gaben dann knapp 50m unter dem Gipfel auf. Der Wind war so stark, wir kamen einfach nicht schnell genug voran. Die Anderen waren offensichtlich in eine andere Richtung abgefahren, wir waren gespannt wie es denen ergangen war. Also Ski anlegen, Helmcam richten und los. Sascha hatte riesige Probleme mit seinen Ski. Der Kleber der Felle hatte sich an der Lauffläche festgesetzt. Nach ein paar Schwüngen hieß es folglich, wieder anhalten und die Ski sauber kratzen. Dann ging es runter und trotz z.T. schlechter Bedingungen hatten wir riesig Spass bei der Abfahrt. Im unteren Drittel trafen und überholten wir dann doch die Anderen. So kamen wir alle wohlbehalten im Dorf an, hier warteten Serzh, Tomy und der Fahrer schon auf uns. Müde, nach über 2.250 Höhenmetern Aufstieg + Abfahrt, ging es zurück nach Eriwan.

 

Am Samstag machten wir einen sehr schönen Ausflug, erst Richtung türkische Grenze, später in die Nähe der aserbaidschanischen und iranischen Grenze. Wir sahen zwei alte Kirchen und besuchten ein Weingut. Weite Landschaft und beeindruckende Bergpanoramen begleiteten unsere Tour. Die Menschen in diesem Teil des Landes haben ein anstrengendes und hartes Leben.

Auch diese Tour war von Serzh wieder hervorragend organisiert worden. Für an Armenien Interessierte vermittle ich gern den Kontakt zu Serzh. Er ist inzwischen ein guter Freund geworden. Während der gemeinsamen Tage konnten wir viele Parallelen in unserem Leben feststellen. So teilen wir neben der Leidenschaft für die Berge auch die Liebe zur Musik von Wladimir Wyssozki.

 

Es war eine interessante Tour mit einer tollen Gruppe, nächstes Jahr ist der Elbrus geplant…mal sehen wer alles dabei ist. Matthias Fieles

Der Aragats Lerr 4094m vom Vorgipfel aus gesehen

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Vielen Dank an alle Unterstützer, Freunde, Tourenbegleiter, meine Familie, meine Kinder und vor allem an meine Partnerin Edith. Mir ist bewusst das es nicht einfach mit mir ist, deshalb Danke für Eure Geduld und Liebe.