Finnland: Hálditšohkka/Haltiatunturi 1.324m

Bestiegen am 18.08.2011 solo

 

69° 18' 29'' N; 21° 15' 55'' E
69.30803, 21.2653 (Dec Deg)
510462E 7688732N Zone 34 (UTM)

Nach einer kurzen, kalten und einsamen Nacht, auf dem Gipfel des Haltiatunturi

Lage: Der Halti ist ein Berg im äussersten Nordwesten von Finnland. Der höchste Punkt liegt auf der norwegischen Seite, etwa 100m davon entfernt liegt der höchste Punkt Finnlands,

direkt am Grenzstein 303 B

Weitere Informationen in englisch hier: http://www.summitpost.org/halti/154562

 

Meine Anreise: Von Oulu in Finnland in das norwegische Kafjord. Von Kafjord ins Hinterland gefahren, bis zum See Guolasjavri, in Richtung Südosten zur norwegisch/finnischen Staatsgrenze. (SUV von Vorteil) Hier das Auto abgestellt und zu Fuss Richtung Berg. Um Mitternacht konnte ich noch herrliche Fotos von der Sonne machen. Bin dann in den Biwacksack gekrochen. Nach kurzer, kalter und einsamer Nacht 4.00 Uhr Aufbruch zum Gipfel, den kompletten Aufstieg über war dichter Nebel. Beim Abstieg habe ich eine andere Route gewählt und bei besser werdenden Wetter eine sehr schöne Rundwanderung gemacht. Tolle Tour in völliger Einsamkeit.

 

Eine der schönsten Anreisebeschreibungen für den Halti fand ich im Internet:

"If you want to get from Kilpisjärvi to Halti fast, and money is not an issue,
there is a sea plane operator at Kilpisjärvi. From there you can hire a plane to
take you to one of the many lakes in the area, from where it only takes you a
few hours to trek to the top of Halti."

Mitternachtssonne

Die Geschichte zu Tour:

Ein Geschäftstermin brachte mich nach Finnland. Ein Termin in Oulu, so hoch im Norden, das musste ich einfach nutzen um den Halti zu besteigen. Am Dienstagabend traf ich mich mit Heino in Helsinki, hier gingen wir dann etwas essen und nahmen noch einige der teuren finnischen Biere.

 

Am Mittwoch 3.30 Uhr deutsche Zeit klingelte der Wecker. Ich schulterte meinen Rucksack und meinen gewaltigen "Kater" und ab ging es per Flugzeug nach Oulu. Gegen 13.00 Uhr war hier alles was getan werden musste erledigt und ich war bereit mein Lapplandabenteuer zu beginnen. Von Oulu ging es dann per Auto bis in das norwegische Kafjord. Hier fuhr ich dann bis zum Ende der Strasse und letztlich bis zum Ende dessen was man mit einem normalen Auto machen kann. Den ganzen Tag über hatte es geregnet und jetzt am Ziel angekommen rissen die Wolken auf und es wurde eine sehr schöne Nacht, mit einem spektakulären Sonnenuntergang. Es war faszinierend die Mitternachtssonne zu sehen. Ich machte noch einige Bilder und ging los Richtung Berg. Es war so hell, dass ich meine Stirnlampe getrost im Auto lassen konnte.

Nach ca. einer Stunde war ich so müde das ich erst einmal eine Pause einlegen musste. Ich suchte mir einen Schlafplatz hinter einem grossen Stein, an dem ich einigermassen vor dem recht starken Wind geschützt war und machte mir Tee und etwas zu essen. Dann schlief ich sofort ein. Der extrem lange Tag war jetzt zu spüren. Gegen 4.00 Uhr wachte ich auf weil irgendetwas unter meinem Schlafsack gekrochen war. Vorsichtig hob ich die Beine hoch und laut schimpfend flüchteten einige Lemminge.

Da ich nun wach war und fror, beschloss ich zu Frühstücken und weiter zu gehen. Blöderweise hatte ich vergessen die Streichhölzer in den Rucksack zu packen. Jetzt waren sie nass und ich bekam den Kocher nicht an. So ein Anfängerfehler... Also ohne Frühstückstee weiter. Ein Riegel Schokolade und beim Gehen wurde es wieder warm. Es war total neblig, Sicht ca. 20m. Dank dem GPS kam ich aber ohne Probleme an mein Ziel. Nach einigen Gipfelfotos per Selbstauslöser ging ich an den Abstieg. Am Abend hatte ich beim Aufsteigen den Weg für den Abstieg schon überlegt. Ich wollte in einem Bogen nach Nord-Westen gehen und dann am See entlang zurück zum Auto. Jetzt war ich aber im dichten Nebel und mir war nicht klar ob sich der Umweg lohnen würde.

Mehr nach Gefühl, als nach dem GPS ging ich los. Folgte einem Bachbett, in dem es sich besser laufen lies. An einigen Steilstufen musste ich dann neben dem Bachbett gehen, der Weg ist nirgens schwierig oder technisch anspruchsvoll. Es ist lediglich sehr anstrengend immer von Stein zu Stein zu hüpfen. Nach einiger Zeit kam ich aus den Wolken heraus und hatte wieder eine gute Sicht Richtung See. Es war sehr schön diese Wanderung gemacht zu haben.

 

Tipps: Der Weg über das Kafjord in Norwegen ist der schnellste zum Gipfel. Dabei überschreitet man den etwas höheren Gipfel auf der norwegischen Seite. Der höchste Punkt auf der finnischen Seite ist am Grenzstein, deutlich markiert und mit einem Kasten für das Gipfelbuch versehen. (Ich war Nr. 101471) Für den Weg von Kafjord bis zum Ende der Fahrstrasse genügt ein normaler PKW, will man die restlichen ca. 25 KM auch fahren, benötigt man ein Fahrzeug mit ausreichender Bodenfreiheit.

Gutes Kartenmaterial findet man hier: www.norgeskart.no

Es ist im Auf,- und Abstieg ein recht neuer und ca. 2,5m hoher Zaun zu überwinden. Am besten man läuft einige Zeit an dem Zaun entlang und findet eine Stelle an der man darunter durch kriechen kann.

Der Halti ist kein wirklicher Gipfel, es ist mehr ein Hochplateau. Bei schlechter Sicht ist ein GPS-Gerät absolut notwendig!

 

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Ruhelos, rastlos, getrieben.

Bergsüchtig...

Mit Mischa am Eiger

 

 

 

Vielen Dank an alle Unterstützer, Freunde, Tourenbegleiter, meine Familie, meine Kinder und vor allem an meine Partnerin Edith. Mir ist bewusst das es nicht einfach mit mir ist, deshalb Danke für Eure Geduld und Liebe.