Malta: Dingli Cliffs 253m

"Bestiegen" am 29.12.2015 zusammen mit Edith

Erst auf den Ta' Dmejrek 256m dann zum Dingli Cliff 252m

 

35° 51' 12'' N; 14° 22' 56'' E
35.853418, 14.382268 (Dec Deg)
444222E 3967867N Zone 33 (UTM)

Malta


28.12.2015
Heute brechen wir nach Malta auf. Wir räumen die Reste Edith's gestrigen Geburtstagsparty weg und packen die Koffer. Auf dem Eggberg herrschen frühsommerliche Temperaturen, Sonne, Alpensicht und das seit Wochen schon. Unten im Tal ist es "usselig", Nebel 2 Grad Celsius. Irgendwie schaffen wir es viel zu spät aufzubrechen und kommen mit Mühe und Not noch zum Flieger. Dieser hat wegen dem Nebel Verspätung, ansonsten wäre das Gate schon zu gewesen. Glück gehabt.
Der Flug mit AirMalta verläuft ruhig und trotz arg verspätetem Start kommen wir nur 15 Minuten später als geplant in Malta an.
In Malta wartet mein Kumpel Chris bereits auf uns. Wir holen unseren Mietwagen ab und ich versuche tapfer dem Wagen von Chris zu folgen, der uns zum Appartement bringt. Links fahren, Vorfahrt Links vor rechts, Kreisverkehr nach links einbiegen, dass geht alles noch, aber mit der linken Hand schalten und die Gänge finden, der Blinkhebel auf der anderen Seite...sehr verwirrend. Die Parkplatzsuche in Malta ist generell problematisch. Malta hat die höchste Bevölkerungsdichte der EU und die Verkehrsdichte in den Städten ist enorm. Wir finden einen Parkplatz in der Nähe des Appartement und nehmen unser Zuhause für die nächste Woche in Augenschein. Der Bruder von Chris bewohnte dies, direkt an der Waterfront gelegen und hat sich jetzt etwas Neues nebenan gekauft. Es sind ca. 150 qm, mit 3 Schlafzimmern und zwei Bäder. Knallharter und knochentrockener Alpinismus eben. Wir versorgen unsere Koffer und gehen in die Stadt zum Essen.

29.12.2015
Das Wetter ist schön 16-18 Grad - Sonne - fast wie Zuhause. Wir trödeln, gehen Frühstücken und legen uns noch mal auf's Ohr. Gegen 13:30 Uhr stürzen wir uns mit unserem kleinen Mietwagen in den Verkehr. Wir finden den Weg nach Dingli und laufen einige Kilometer an den Klippen entlang, nur um ganz sicher zu gehen alle in Frage kommenden Hügel und Erhebungen auch wirklich betreten zu haben. Nach einigen Fotos brechen wir wieder auf in Richtung Valletta. Am Abend holt uns Chris ab und zusammen mit seiner Frau gehen wir in ein kleines, lautes, aber feines Restaurant. Wir essen maltesische Spezialitäten, Schnecken, Tintenfisch, Kaninchen. Es wird ein sehr schöner und unterhaltsamer Abend mit unseren Gastgebern.

30.12.2015
Ausschlafen und später Aufbruch nach Valletta. Wir laufen am Wasser entlang und genießen das südländische Flair. Mit dem Wassertaxi kürzen wir unseren Weg ab, bummeln durch die Altstadt von Valletta und vertreiben uns die Zeit.
In einem netten Lokal direkt am Hafen essen wir und fahren mit dem Wassertaxi wieder zurück in Richtung Slieme. Von Hier dann zu Fuß zu unserem Appartement. Der restliche Abend wird "vergammelt". Wir lesen, liegen faul rum und tun nichts.

31.12.2015
Spätes Frühstück, ich bin total erkältet. Wir frühstücken eine Kleinigkeit und fahren in den kleinen Fischerort Marsaxlokk, an der Südspitze der Insel. Früher war diese Bucht sicher einmal traumhaft. Jetzt schaut man auf das Meer, linker Hand das hässliche Kraftwerk, rechts der Containerhafen. Wie überall auf Malta wirkt alles irgendwie zusammen geflickt und improvisiert.
Wir wandern auf einer Halbinsel und sehen überall die Unterstände der Vogeljäger. Mit Lautsprechern werden Vogelstimmen abgespielt um diese anzulocken. Es ist eine verdammte Sauerei, dass hier alles abgeknallt wird was denen vor die Flinte kommt. Wir ärgern uns über die sinnlose Tötung der Vögel und den vielen Müll der herum liegt. Am Hafen gehen wir in ein etwas besser ausschauendes Lokal. Der servierte Fisch geht praktisch komplett wieder zurück, das Zeug war so schlecht zubereitet und auch nicht wirklich frisch. Wir ärgern uns erneut und treten den Heimweg an. Am Abend gehen wir in ein nettes Lokal und das Essen ist besser, aber weit davon entfernt sehr gut zu sein. Kurz vor Mitternacht gehen wir zurück in unsere Unterkunft und genießen auf der Terrasse, bei einem Gläschen Champagner, den Blick auf das Feuerwerk.

01.01.2016
Wir schlafen aus und gehen ein wenig bummeln, streunen durch die Gegend und trinken/essen mal hier, mal dort was...erholen, schlafen...gemütlich.

02.01.2016
Wir wollen heute nach Gozo. Die Nachbarinsel vom Malta soll laut Chris auf jeden Fall einen Besuch wert sein. Früher Start in Richtung Cirkewwa im Norden der Insel. Auf einer Landzunge am äußersten nördlichen Ende von Malta befindet sich der Fährhafen. Von hier pendeln regelmäßig Fähren zwischen den Häfen Cirkewwa in Malta und Mgarr auf Gozo.
Es geht vorbei an den Inseln Camino (4 ständige Einwohner), Caminotto (keine Einwohner) nach Gozo. Es ist ein gemütliches Inselchen. Alles läuft hier langsamer und Hektik ist den Einwohnern fremd. Außer bei Verkehrsunfällen, wir werden Zeuge wie zwei ältere Herren sich gegenseitig beschimpfen und anfangen sich gegenseitig weg zu stoßen. Aber bevor es zum Äußersten kommt, beruhigen sich die Beiden wieder ein wenig und diskutieren etwas leiser in der für uns vollständig unverständlichen Sprache. Ja ja das heiße Südländerblut.

Wir besuchen ein kleines Künstler und Handwerkerdörfchen. Hier kann man einiges an Gozo oder Malta Spezialitäten erwerben, leider ist das Meiste aber eher Made in China. Unweit des Dörfchens ist der höchste Punkt von Gozo, der Ta' Dbiegi ist 194m hoch und die Wanderung dorthin ist schon fast eine kleine Bergtour. Zum Teil geht es weglos durch das Gelände und am Gipfel werden wir mit einem herrlichen Rundblick über Gozo belohnt. Weiter geht es zum zweithöchsten Gipfel der Insel. Der Gipfel des Ta' Ghammar mit seinen 188m ist via einem Kreuzweg erreichbar und oben befindet sich eine Art Amphitheater. Sehr interessant und auch von hier ein toller Blick auf das Umland bis zum Meer.
Wir brechen auf zum Fährhafen um wieder zurück nach Malta zu gelangen.
Auf der Überfahrt genießen wir einen spektakulären Sonnenuntergang. Wieder auf Malta machen wir noch einen kurzen Abstecher zum Golden Beach und fahren dann nach Rabat. Rabat und Mdina darf man nicht verpassen. Allein für diese Orte lohnt sich die Reise nach Malta. Wir kommen abends dort an, alles ist toll beleuchtet und angestrahlt. Die Touristenbusse sind weg und wir streunen durch die engen Gassen und genießen die Szenerie. Bevor wir in die eigentliche Altstadt gehen kommen wir an einem Lokal vorbei. Es heißt Taverna Grotto. Aus dem Lokal kommt ein netter Kerl und fragt ob wir Lust hätten etwas sehr interessantes zu sehen. Haben wir. Er bittet uns in das Lokal und über schmale Treppen geht es tiefer und tiefer in den Untergrund. Er erklärt uns das vor drei Jahren der Landlord das Lokal renovieren lies und man beim Bohren eines Lochs in die Kellerwand plötzlich Gänge und Höhlen entdeckte. Es sind natürliche Kavernen die durch künstliche Gänge miteinander verbunden sind. Scheinbar werden viele Häuser so unterirdisch miteinander verbunden und ein Gang geht bis zur Kirche in Mdina. Die Grotten sind tausende Jahre alt, die Gänge zum Teil mind. 1000 Jahre, teilweise wurden diese erst im Mittelalter gegraben und manche erst während dem zweiten Weltkrieg. Wir bedanken uns für die Führung und versprechen später zum Abendessen zu kommen, unser neuer Freund Adam freut sich. Mdina ist wunderschön und unbedingt sehenswert. Eine tolle und eigentümliche Stimmung liegt über der Stadt, wir streunen durch die einsamen Gässchen. Die Geschichte lässt sich hier fast mit Händen greifen.
Der letzte Großmeister des Malteser Ordens, übrigens ein Deutscher, übergab Mdina kampflos an die Engländer. Dies wurde durch die Malteser viel kritisiert, bedeutete aber, dass kein Blut floss und die Stadt nicht zerstört wurde, dafür sollte man eigentlich dem Großmeister ewig dankbar sein.

Zurück in der Taverne Grotto vertrauen wir uns der Kochkunst des Kochs und dem Service von Adam an. Unsere Erwartungen sind nicht sehr hoch, in Malta haben 164 Jahren britischer Kolonialherrschaft, kulinarisch leider tiefe Spuren hinterlassen.
Was dann kommt lässt uns nur Staunen. Feinste Speisen, sauber abgestimmt und perfekt angerichtet, exzellenter Wein, ein topp Service und alles zu vergleichsweise erschwinglichen Preisen. Wir sind begeistert!
Es wird ein langer und sehr schöner letzter Abend auf der Insel.

03.01.2016
By by Malta, wir fliegen wieder nach Zürich. Schön war's, wenn auch teilweise etwas speziell. Wir haben die Gastfreundschaft sehr genossen. Danke Chris, für die noble Unterkunft, den tollen Support und die Einladung zum Essen. Danke Adam und Team für die perfekte Bewirtung in der Taverna Grotto.

Wieder haben wir ein kleines Stück der Welt gesehen und einen weiteren höchsten Punkt eines Landes in die Sammlung eingereiht.

Diesmal war es nur ein kleiner Hügel, die Reise war er allemal wert.

 

Matthias

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Vielen Dank an alle Unterstützer, Freunde, Tourenbegleiter, meine Familie, meine Kinder und vor allem an meine Partnerin Edith. Mir ist bewusst das es nicht einfach mit mir ist, deshalb Danke für Eure Geduld und Liebe.