Ukraine: Gora Goverla 2061m

Bestiegen am 04.10.2014 gemeinsam mit Sascha und Nils

48° 9' 36'' N; 24° 30' 1'' E
48.159889, 24.500396 (Dec Deg)
314124E 5337093N Zone 35 (UTM)

Am Gipfel der Gora Goverla oder Hora Hoverla, 2.061m

Gorla Horvela (2.061m), Ukraine

Nachdem mehrere Planungsanläufe aus Termin- oder Wettergründen immer schon in der Anfangsphase versandeten, ging es am 02.10.2014 für mich von Zürich über Wien nach Lviv (Lemberg), Ukraine.
Abflug in Zürich bei strahlendem Sonnenschein und gigantischer Sicht über die Alpen. So mancher "abgehakte" Gipfel und viele die noch auf meiner Wunschliste stehen, lächelte zu mir nach oben. Von hier schauten sie alle machbar aus... Man müsste nur losgehen...

Nach einem ruhigen Flug in Wien angekommen musste erst einmal die Wartezeit zum Weiterflug herumgebracht werden. Ein gutes Frühstück, einige geschäftliche Telefonate und dann "schlendern"...
Schlendern ist Luxus, mein Leben ist in den letzten Jahren immer mehr fremdbestimmt geworden. Alles ist beschleunigt, ständige Erreichbarkeit und permanenter Zeitdruck nehmen uns so viel Lebensqualität. Ich geniesse diese kurzen Auszeiten von der Firma und den privaten Verpflichtungen. Einfach mal kurz dasitzen, andere Menschen beobachten, nichts tun, wie schön.

Einige Wochen zurück: wir hatten gerade den Zuschlag bei einem neuen und grossen Kunden bekommen, ich rief meinen Freund Nils in Österreich an: "Nils ich muss für ein paar Tage aus dem Irrenhaus raus, ich fliege über den deutschen Feiertag in die Ukraine und schau mal ob der höchste Berg des Landes mich hoch lässt." Wie erwartet kam nur ein kurzes: Eh Alder mir san sölbstverstönlich dabei..." Zusammen mit Nils und Sascha auf den höchsten "Hügel" der Ukraine...was für ein cooles Wochenende. Der Gedanke daran motivierte mich wochenlang, halte noch ein paar Tage durch, dann kommt die Belohnung ;-)

Nils lebt einen grossen Teil des Jahres in der Ukraine, er ist mit einer Ukrainerin verheiratet und hat hier ein gut laufendes Unternehmen. Ich lernte ihn vor einigen Jahren in Moskau kennen. Sascha, der beste Freund von Nils, kommt aus Klagenfurt, gemeinsam waren wir am Kazbeg (5.034m) in Georgien und am Aragats Ler (4.090m) in Armenien unterwegs. Zu beiden habe ich ein besonderes Verhältnis. Wir kennen uns erst einige Jahre, sehen uns nicht oft und haben relativ wenig Kontakt zwischen den Touren zueinander, am meisten noch mit Nils, da wir uns geschäftlich öfter begegnen. Wenn wir uns treffen, dann passt einfach alles. Mich verbindet mit beiden eine wirklich tiefe Männerfreunschaft. Beides feine Kerle mit einer totalen Vollmeise, genau wie ich ;-)

Nils stellte, als Sponsor dieser Tour in der Ukraine, sein Fahrzeug zur Verfügung. So luxeriös bin ich noch nicht zu einer Bergtour chauffiert worden.
Am Flughafen Lviv angekommen, telefoniere ich mit Sascha und Nils. Leider stecken die Beiden im Verkehr fest und können mich nicht abholen. also Geld tauschen, Taxi nehmen und mich zum Hotel bringen lassen. Nils hat echt alles super organisiert. Zimmer reserviert, Abendessen und Sauna organisiert. Ich leg mich erst einmal kurz aufs Ohr und es wird dann ein lustiger, langer und leider auch feuchtfröhlicher Abend. 

Der nächste Morgen startet mit Kopfweh und einem gutem Frühstück. Wir fahren rund 300km zum Ausgangsort unserer Tour. Die Strassen sind so schlecht das wir selbst mit dem Range Rover Supercharger nicht schnell voran kommen. Wir brauchen Stunden für die Strecke. Abends kommen wir an und der Schlagbaum zum Nationalpark ist zu. Der freundliche Ranger erklärt uns das wir nicht durchkommen und das Wetter viel zu schlecht wäre für eine Besteigung. Es regnet inzwischen und die Wolken hängen tief. Wir erklären ihm das wir Alpinisten sind und wir auch bei Nebel den Weg finden können. Wir sind gut ausgerüstet und ich habe ein GPS Gerät dabei. Er erklärt uns das er uns am nächsten Morgen rein lässt. Wir nehmen das Hotel direkt am Schlagbaum, beziehen ein komfortables Zimmer.
Ab 9:00 Uhr dürfen wir gegen Zahlung von 6UAH ( ca. 0,37€) für alle drei passieren. Die halbwegs befestigten Strassen sind nun zuende. Wir fahren bis zur Sport Baza. Hier bekommen wir Tee und Griesbrei. Das Wetter ist schlecht. Regen und Nebel. Der Weg ist mit 3,5 Stunden angegeben. Wir gehen den recht steilen und völlig durchgeweichten Schlammpfad hoch. Es wird eine ziemlich rutschige Partie. Nach 1:50h sind wir oben. Es ist neblig und nass. Mit uns sind rund 30 bis 40 Einheimische am Gipfel. Es werden immer mehr und im Abstieg kommen uns hunderte vor allem Schüler, in zum abenteuerlicher Ausrüstung entgegen. Von Militärstiefel über Turnschuhe bis Ballarinas sieht man alles. Nils ist zügig unterwegs und irgendwann ist er aus unserem Blickfeld verschwunden. Als wir den Waldrand erreichen spreche ich unter den hunderten die mir entgegen kommen einen Typen auf russisch an und frage ob Nils ihm entgegen gekommen ist. Er schaut mich ziemlich verständnislos an und antwortet auf englisch. Er ist aus den USA und hat das Projekt alle höchsten Gipfel der europäischen Länder zu besteigen. Was für ein Zufall, es ist Eric Gilbertson, einer meiner Mitstreiter auf Peakbagger. Was für ein Zufall das ich unter so vielen Menschen ausgerechnet ihn anspreche. Wir palavern eine Weile über woher und wohin und ob Guernsey und Jersey auf die Liste gehören. Ich habe die beiden Hügel bereits abgehakt und bin deshalb unbedingt der Meinung das diese Punkte zählen...
Dann geht es weiter zum Auto, raus aus den schlammigen und nassen Kleidern. Für die komplette Tour inkl. Pausen haben wir 2:50h gebraucht.
Nach einem kurzen Imbiss geht es zurück nach Lviv wo wir gegen 20:00 Uhr ankommen. Duschen, Umziehen und los geht es in die Stadt. Wir gehen in ein feines Steakhouse (Mex Tex) und lernen zufällig auch den amerikanischen Inhaber kennen. Es wird eine lustige Gipfelfeier. Mitten in der Nacht mieten wir uns Segways und fahren von Kneipe zu Kneipe, machen die Stadt unsicher. Da kommt der kleine Junge in uns wieder raus.
Spät in der Nacht verabschieden wir uns voneinander. Nils und Sascha fahren mit dem Auto via Ungarn zurück nach Österreich, ich mit dem Flieger über Kiew nach Zürich. 
Es war eine schöne Tour mit den Jungs, bei der ganz nebenbei noch ein weiterer Länderhöhepunkt abgehakt werden konnte.

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Vielen Dank an alle Unterstützer, Freunde, Tourenbegleiter, meine Familie, meine Kinder und vor allem an meine Partnerin Edith. Mir ist bewusst das es nicht einfach mit mir ist, deshalb Danke für Eure Geduld und Liebe.