Kosovo: Velika Rudoka 2.658m

Bestiegen am 27.08.2018 mit Robin und Matthias

 

41° 55' 6'' N, 20° 46' 35'' E
41.918293, 20.776332 (Dec Deg)
481453 E 4640729 N, Zone 34 (UTM)

Bestiegen am 27.08.2018 zusammen mit Matthias und Robin

Kosovo: Djaravica 2.656m

Bestiegen am 10.08.2009 mit Edith

 

42° 32' 1'' N; 20° 8' 24'' E
42.5336981, 20.1400423 (Dec Deg)
429378E 4709393N Zone 34 (UTM)

Auf der Daravica

Am 10.08.2019 zusammen mit Edith auf der Djaravica 2.656m 

Dies war damals der als höchster Punkt des Landes anerkannte Gipfel.

27.08.2018 auf dem neuen höchsten Punkt des Kosovo.

Velika Rudoka 2.658m

Velika Rudoka, der „neue“ höchste Punkt des Kosovo.


Nachdem ich gemeinsam mit Edith, 2009 die höchsten Punkte der Balkanländer abgehakt hatte, war das Kosovo mit der Djeravitsa 2.656m eigentlich erledigt. Nun wurde ein paar Jahre später das Land mit moderneren Mitteln vermessen und festgestellt, dass an der Grenze zu Mazedonien die Grenze über einen Berg verläuft welcher 2.658m hoch ist. Also war ich gezwungen noch einmal diese Region zu besuchen. Lange hatte ich mich auf die Tour gefreut, die Route recherchiert, wobei hier nicht viel Exaktes zu finden war. Kurz vor unserer Abreise trübte ein Auseinandersetzung zwischen Edith und mir die Stimmung. Letztlich brach ich dann allein auf und hatte tagelang relativ wenig Freude am Unterwegssein. Meine melancholische Stimmung wollte über die gesamte Tour nicht weichen.

Mein Weg führte mich über Klagenfurt, wo ich zwei Tage am Wörthersee bei Freunden, mit Motorbootfahren, Baden und Nichtstun verbrachte, nach Loipersdorf. Hier hatte ich auch zwei schöne Tage, die ich mit Angeln, wieder mit Nichtstun und Freunden verbrachte. Mein Weg führte mich dann auf den höchsten Berg des Burgenlandes und von dort nach Sarajevo. In der bosnischen Hauptstadt traf ich mich mit meinem Freund Sanin. Er lud mich ein bei ihm daheim zu übernachten und wir hatten gemeinsam zwei schöne Tage. Mein Freund Sanin, seine Frau Ayko und die ganze Familie waren unglaublich gastfreundlich. Ein bisschen Arbeit war auch dabei, Mirzan, Sanins Mitarbeiter, zeigte mir die 4 Baumärkte und einen der Supermärkte. Evtl. wird sich hier für die Zukunft eine erweiterte Zusammenarbeit ergeben.

Von Sarajevo aus fuhr ich in den Kosovo bis nach Dragash zum Hotel Arxhena, welches auf ca. 1.500m am Ende einer Strasse liegt, welche tief in ein Tal hinein führt. Gegen 22:00 Uhr kam ich dort an und bekam noch ein Zimmer und Abendessen.

Am 27.08.2018 machte ich mich gegen 9:30 Uhr auf den langen Weg in Richtung Velika Rudoka (übersetzt Grosser Rudoka). Der albanische Name des Berges ist Majae Njerit, wobei hier auch viele unterschiedliche Schreibweisen existieren. Unterwegs hole ich Matthias aus Holland und Robin aus England ein. Beide arbeiten für eine kirchliche Organisation hier im Land und wollen eigentlich nur bis zum Shutmann See laufen und nach einem Platz für ein Jugendcamp schauen. Wir schliessen und zusammen und die Beiden wollen nun spontan mit auf den Berg. Beim Anblick der riesigen Sar-Hunden, welche in Gruppen bis zu 10 Tieren die Schafherden bewachen, bin ich froh das ich nicht mehr allein unterwegs bin. Meine beiden Begleiter sprechen Gorani, eine universale Sprache mit diversen Elementen aus dem Serbokroatischen. Das macht es einfacher sich mit den Schäfern zu verständigen. Wir wandern, von einigen Hunde-Attacken abgesehen ungestört zum Shuttmann See. Wenn die Hunde sich nähern, suchen meine Begleiter erst den Kontakt zum Schäfer. Reagiert dieser nicht, hilft es zu pfeifen und mit Steinen nach den Hunden zu werfen. Das hält diese auf Abstand. Zum Teil verfolgen uns die Hunde über recht weite Strecken. Vorbei an einem Schafstall geht es zum See. Der Weg bis zum Shutmannsee ist recht gut markiert, man muss immer ein wenig suchen, findet dann aber die farbigen Markierungen. Am See machen wir eine lange Pause, essen und palavern ein wenig. Ab dem See zieht sich der Weg nach links in Aufstiegsrichtung, rechts sieht man in der Ferne einen einsamen Bauernhof. Auch hier sind immer wieder farbige Markierungen vorhanden, diese leiten über eine ergschulter hoch auf einen Grat, dann zuverlässig zum Gipfel. Am Gipfel das übliche Spiel, GPS Tag erledigen, Peakhunter kennt diesen Gipfel noch nicht, also den Gipfel anlegen und als Vorschlag hochladen. Auch hier machen wir eine relative lange Pause, geniessen die fantastische Aussicht und trinken etwas. Bei der Gelegenheit sammle ich etwas vom Müll ein der den Gipfel verschandelt, später überfülle ich damit den Abfalleimer im Hotel. Dann geht es weglos durch das Gelände, relativ steil steigen wir in Richtung des Schafstall ab und kommen auf dem Rückweg nicht am See vorbei. Robin hat einen von einer anderen Tour vorgeschädigten Zehnagel, der ihm jetzt beim Abstieg grosse Schwierigkeiten macht. Der Kerl hat Schuhgrösse 50 und findet keine geeigneten Bergschuhe, deshalb läuft er in alten Armeestiefeln. Mit schmerzverzerrtem Gesicht quält er sich den Berg herunter. Er tut mir sehr leid, aber er läuft langsam und tapfer weiter. Nach 9,5 Stunden sind wir wieder zurück am Hotel und das Navi sagt 27 km und 1.400 Hm. Das ist eine recht anständige Strecke.

 

Ich bin glücklich über meinen nun 56ten Länderhöchsten. In der Frontrunnerslist auf Peakbagger bin ich nun punktgleich mit Platz 3 und 2 auf dem 4ten Platz. Platz 1 hat die Schwedin Emma Swenson mit 57 Ländern. Ich arbeite mich also wieder vor. Nach einer weiteren Nacht im Hotel Arxhena breche ich auf in Richtung kroatische Küste. Am Abend traf ich in Restaurant auf drei deutsche Studentinnen die auf Backpacker Tour sind. Ich nehme die drei Mädels noch mit bis Prizeren, wir trinken zum Abschied einen Kaffee und fahre dann via Albanien zum Meer bis in das kroatische Caftat. Hier gibt es dann ein teures aber gutes Hotel, super Essen, Wein und eine gute Zigarre. Meine persönliche, leider ganz einsame Gipfelfeier. Die nächsten Tage arbeite ich mich über mehrere Stationen die kroatische Küste in Richtung Österreich hoch, besuche einige Kunden und geniesse Meer, Land und Essen. Viele Kilometer, etliche Mautgebühren und vier Hörbücher später lande ich wieder daheim an. So und was werde ich dieses Jahr noch als nächstes Ziel angehen? Den Slaettarentindur auf den Färöer Inseln oder den Mahya Dagi in der Türkei oder Beides? Man wird sehen...


Matthias Fieles alias Matze-Sherpa

Nachtrag: Der Spiegel berichtet das Kosovo und Serbien darüber nachdenken Gebiete zu tauschen. Ich werde wohl an die UNO schreiben müssen, das die das nur mit Flachland machen dürfen, nicht das ich noch ein drittes Mal dahin muss...

Über mich

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Wer ich bin?

Schwer zu sagen.

Ruhelos, rastlos, getrieben.

Bergsüchtig...

Mit Mischa am Eiger

 

 

 

Vielen Dank an alle Unterstützer, Freunde, Tourenbegleiter, meine Familie, meine Kinder und vor allem an meine Partnerin Edith. Mir ist bewusst das es nicht einfach mit mir ist, deshalb Danke für Eure Geduld und Liebe.